Review - Gamestar - Pfusch am Bau

Heiko Klinge, Redakteur bei der Gamestar war im letzten Preview trotz der mauen Optik noch sehr optimistisch, was Stronghold 3 angeht. Leider wurde auch er schwer enttäuscht, denn dieses Debakel hat das Spiel nicht verdient.

Zitat:

Stronghold 3 hätte so schön sein können. Genau zehn Jahre nach dem ersten Stronghold und fünf Jahre nach Stronghold 2 haben wir uns auf das nächste Burgenbau-und-Abreißspiel der Firefly Studios gefreut.

So beginnt das Review und vermittelt direkt, dass die Redakteure selbst auch enttäuschte Stronghold-Fans sind.

Zitat:

Trotz des Blitz-Patches zwei Tage nach dem Erscheinungstermin wimmelt Stronghold 3 nur so von Fehlern und Bedienungsmängeln, unausgereiften Elementen und KI-Kapriolen, Abstürzen und Schludereien.

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Auf der anderen Seite erleben wir immer wieder, wie großartig die Neuauflage des ersten Stronghold hätte werden können. Unter Belagerungsdruck eine funktionierende Wirtschaft aufbauen, gleichzeitig die Bevölkerung bei Laune halten, Truppen zusammenstellen und die perfekte Abwehranlage errichten -- das Spielprinzip fesselt in Stronghold 3 immer noch wie vor zehn Jahren. Da muss auch die Grafik nicht perfekt sein, das war sie schon damals nicht.

Zitat:

Was in Stronghold 3 einfach funktionieren MUSS, ist zum Beispiel der Burgenbau. Tut er aber nicht

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In der Preview-Version ließ sich das Spieltempo noch per Plus-Taste beschleunigen[...]In der »fertigen« Stronghold 3-Fassung gibt‘s die Vorspulfunktion nicht mehr, sodass Sie zum Zugucken verdammt sind

Zitat:

Positiv unterbrochen wird der viele Frust durch echte Glücksmomente. Wenn der Feind in unsere sorgfältig ausgelegten Stachelfallen oder Feuertöpfe tapst, wenn wir endlich den letzten Schützen vom Wachturm geschossen und das Bauwerk selbst besetzt haben, um das Burginnere zu beharken – dann merken wir, was für ein tolles Spiel in diesem groben Klotz steckt.

Zitat:

Aber auch in den Belagerungen passiert’s imnmer mal wieder, dass wir Spaß an Stronghold 3 haben. Weil es Laune macht, mit unseren Katapulten Feindmauern zu zerbröckeln. Weil das Physiksystem, wenn es nicht gerade stottert, lustige Szenen zaubert, in denen ein getroffener Armbrustschütze erst kopfüber von einer Plattform purzelt und dann hügelabwärts rutscht.

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Wenn die Physik aussetzt – und das tut sie gerne –,erleben wir ebenfalls lustige Szenen: Schützen, unter denen wir die Mauer wegkatapultiert haben, schweben in Roadrunner-Manier noch ein paar Sekunden in der Luft, bevor sie abstürzen. Auch die Animationen machen gerne mal Pause


Zitat:

Was auch Stronghold 3 richtig gut hinbekommt, ist das Zusammenspiel der drei Elemente Aufbau, Wirtschaft und Bevölkerung-bei-Laune-Halten.

Zitat:

Dieses gelungene Zusammenspiel motiviert dann auch zum Weitermachen – in der Hoffnung, dass Firefly sich die deftigen Kritikpunkte anschaut und zügigst behebt. Bis dahin raten wir allerdings vom Kauf ab.


Anders als bei der PC Games beinhaltet das Review der Gamestar hier gleich zwei Meinungen von Redakteuren. Diese sind besonders lesenswert, da sie die aktuelle Gesamtsituation des Spiels sehr gut zusammenfassen.

Zitat von Heiko Klinge:

Wer wissen möchte, warum ich seinerzeit Stronghold 3 ein »sehr gutes« Potenzial bescheinigt habe, möge bitte die erste Mission der Wirtschaftskampagne spielen. Die durften wir damals ausprobieren, und sie macht mir auch nach wie vor einen Heidenspaß. Denn das Wirtschaftssystem funktioniert tatsächlich prächtig. Militär und Burgenbau bekamen wir damals nur präsentiert. Und das offenbar aus gutem Grund, denn beides ist in einem erbärmlichen Zustand. Ich bin einfach nur enttäuscht, wie sehr die Entwickler das Vertrauen der vielen Stronghold-Fans – mich eingeschlossen – verspielt haben. Das Traurige ist, dass Stronghold 3 nach wie vor ein »sehr gutes« Potenzial besitzt. Für ein Spiel, das bereits im Laden steht, ist das jedoch viel zu wenig!

Zitat von Martin Deppe:

Ein schlechtes Spiel schlecht zu bewerten, das gehört zu unserem Tagesgeschäft. Haken dran, nächster Test. Aber ein schlechtes Spiel, das eigentlich richtig gut sein könnte, aber in vielen kleinen und mittleren Dusseligkeiten scheitert, das tut mir persönlich weh. Vor allem, weil ich Stronghold mag und Teil 3 richtig gut hätte werden können. Denn immer wieder hat es sauspannende Momente: Mit einem letzten Bogenschützen erwische ich noch das Katapult, oder eine händeringend erwartete Steinlieferung huscht auf den letzten Drücker durchs Burgtor, bevor der Feind sie abfängt. Aber solche guten Momente verfliegen eben wieder, wenn die Steinlieferung sich nicht gescheit in Mauern umsetzen lässt, oder der Bogenschütze nicht raufklettern kann, weil sich die Mauertreppe nicht platzieren lässt. Ich hoffe inständig, dass Firefly die Mängel behebt – die meisten sind ja für sich alleine betrachtet undramatisch, aber insgesamt sind’s einfach zu viele. Ohen Bugs könnte Stronghold 3 durchaus in die 70er-Wertungsregionen vorstoßen. Bis dahin empfehle ich Ihnen das Free-2-Play-Spiel Stronghold Kingdoms, das am nächsten an das Ur-Stronghold herankommt. Oder Sie spielen gleich das Original, denn netterweise liegt’s mit in der Packung von Stronghold 3.


Bewertet wird das Spiel effektiv mit 53%. Erfahrungsgemäß kann es bei der Gamestar allerdings noch nach oben korrigiert werden, wenn Patches das Spielerlebnis deutlich steigern.

Zum Review auf Gamestar.de

30.10.2011 02:15 von Caesar III

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